Symposium 2021

Das Miteinander lernen – Gewaltprävention in Gesellschaft und Schule in herausfordernden Zeiten

Donnerstag, 25. November 2021 | 9:00 bis 18:30 Uhr | Pädagogische Hochschule Niederösterreich

Die Covid-19 Pandemie  hat das bisherige Leben auf den Kopf gestellt. Von einem Tag auf den anderen mussten viele Menschen ihre Gewohnheiten umstellen und neue Wege gehen. Wirtschaftliche und soziale Folgen haben bestimmte Bevölkerungsgruppen belastet. 

Soziale Kontakte sind weggefallen, an die Stelle der direkten und persönlichen Kommunikation trat „social distancing“ und die Online- und medial vermittelte Kommunikation. Auf der anderen Seite wurde es in den Familien oftmals sehr „eng“ mit Home-Schooling oder Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen.

Das Symposium legt den Fokus auf Prävention, beginnend bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch in der Beratung und Unterstützung von betroffenen Frauen und Mädchen im Bereich der Gewaltprävention und Gewaltintervention bei häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und bei Gewalt in Medien.

In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion stellen Expertinnen und Experten dar, wie diese besonderen Zeiten sich auf die Psyche, die Familien, das Zusammenleben und die Kommunikation auswirken. Wie kann Gewaltprävention in den unterschiedlichen Bereichen diesen Herausforderungen begegnen?

Der Nachmittag beginnt ebenfalls mit einer Keynote, Die anschließenden Workshops sollen den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, einzelne Aspekte genauer „unter die Lupe“ zu nehmen. Der Bogen reicht von Workshops zur polizeilichen Gewaltprävention über die Arbeit mit Buben und Männern bis hin zur LehrerInnen- und SchülerInnengesundheit.

Programm | Vormittag

Das Miteinander lernen – wenn es daheim eng wird

  • Moderation

    Lisa Gadenstätter

  • 9:00 Uhr Eintreffen und Registrierung

  • 9:30 Uhr Eröffnung

    Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
    Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig

  • 10:00 Uhr Referat

    „Wie bekommt man Licht in den Tunnel? – Kinder und Jugendliche im Umgang mit der Pandemie“

    Univ.Prof.Dr. Paulus Hochgatterer, Leiter der Klinischen Abteilung für  Kinder- und Jugendpsychiatrie Tulln

  • 10:40 Uhr Referat

    „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt an Frauen handeln – Gewaltschutz braucht uns alle!“

    DSAin Elisabeth Cinatl, Vorsitzende des Netzwerks Österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen

  • 11:20 Uhr Im Gespräch

    „Wenn es daheim eng wird und was Gewaltprävention dann tun kann“.

    • Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landesrätin
    • Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig
    • DSAin Elisabeth Cinatl
    • Univ. Prof. Dr. Paulus Hochgatterer
    • DIin Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin der Initiative Saferinternet.at
    • Prim.a Dr.in Jutta Falger, Leiterin der Kinderschutz- und Opferschutzgruppe im Landesklinikum Mistelbach
  • Pause bis 13:40 Uhr

Programm | Nachmittag

Das Miteinander lernen – wenn es in der Schule eng wird

  • 13:40 Uhr Referat

    „Inklusion als Weg des Miteinander Lernens“

    Abg.z.NR a.D. Dr. Franz-Joseph Huainigg, Autor

  • 14:20 Uhr Grußworte

    Univ. Prof. HR MMag.DDr. Erwin Rauscher, Rektor PH NÖ

  • 14:35 Uhr Grußworte

    HR Mag. Johann Heuras, Bildungsdirektor für NÖ

  • 14:50 Uhr Referat

    Vorstellung des Projektes „Open talk“

    Pädagogische Hochschule Niederösterreich

  • 15:15 bis 18:30 Uhr Workshops

Workshops

Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Workshop um den Inhalt zu sehen.

Inhalt: Wenn Gewalt vorkommt, dann zum überwiegenden Großteil im Kontext männlicher Lebenswelten und Männlichkeitsmustern. Dieser Workshop wendet sich zunächst dem Phänomen Gewalt, setzt sich dann mit dem Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Gewalt auseinander und fragt auch, welchen Einfluss krisenhafte Umstände wie die Corona Pandemie auf Gewaltdynamiken haben. Schließlich werden Perspektiven aufgezeigt, um dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen.

Referent: Mag. Dr. Erich Lehner

Erich Lehner ist Psychoanalytiker in freier Praxis, lehrt und forscht in der Männlichkeits- und Geschlechterforschung und in Palliative Care und ist Vorsitzender des „Dachverband Männer- und Burschenarbeit Österreich“ (DMÖ).

Inhalt: Kinder und Jugendliche, die Zeug*innen von häuslicher Gewalt sind, sind immer direkt von Gewalt betroffen. Sie müssen alleine mit Gefühlen wie Ohnmacht, Angst, Verzweiflung, aber auch Aggression versuchen umzugehen. Die Folgen der Gewalt, mit denen Kinder und Jugendliche leben müssen, sind unterschiedlich und enorm belastend. Je früher Pädagog*innen Gewalt erkennen und mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten, desto früher erhalten sie Unterstützung. Das Wissen um Gewaltdynamiken, Auswirkungen von Gewalt sowie Unterstützungssysteme ermöglicht es Pädagog*innen wirksam zu handeln und einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention und zum Gewaltschutz zu leisten

Referentinnen: Teresa Janker, BA und Mag.a (FH) Eva Huber

Teresa Janker, Sozialpädagogin, Kinder- und Jugendbezugsfrau im Frauenhaus Wiener Neustadt – Verein wendepunkt

Eva Huber, Sozialarbeiterin, Mitarbeiterin des Frauenhauses Wiener Neustadt – Verein wendepunkt www.wendepunkt.or.at

Inhalt: Wenn Jugendliche aufgrund der äußeren Umstände auf das Online-Leben beschränkt werden, so ändert sich viel in ihrem Leben. Verlagern sich die sozialen Kontakte, die Informationssuche und die Freizeit ausschließlich in den Online-Raum, so brauchen Jugendliche auch die Fähigkeiten, hier gut leben zu können. Wie beurteilen wir Informationen online und welche Auswirkungen hat die digitale Welt auf den eigenen Körper und die Psyche? Wie gehen wir miteinander um? Wie lösen wir Konflikte oder aufgestauten Frust und das Ohnmachtsgefühl?  Jugendliche brauchen erwachsene Begleitpersonen mehr denn je, um all diesen Herausforderungen gut begegnen zu können.

Referentin: DI Barbara Buchegger, pädagogische Leitung der Initiative Saferinternet.at

Inhalt: Der Fokus liegt auf der Polizeilichen Gewaltprävention: Was ist Polizeiliche Gewaltprävention, wie ist sie von anderen Bereichen abzugrenzen, was sind ihre Aufgaben und Ziele, Unterschied Prävention, Intervention und Repression. Die gesetzlichen Grundlagen für die polizeiliche Gewaltprävention werden umrissen, ebenso die schulischen Gewaltpräventionsprojekte vorgestellt und dazu einige methodische Gruppenarbeiten durchgeführt

Referent: Ing. Thomas Schneeweiss, Landespolizeidirektion NÖ, Kriminalprävention

Inhalt: Jeder Mensch ist glücklich, wenn er anerkannt wird, doch was, wenn die Anerkennung ausbleibt? Der Workshop gibt Einblick in die schulischen Anerkennungsprozesse und den Einfluss von (Nicht-)Anerkennung auf die praktische Selbstbeziehung. Anhand dreier Anerkennungsweisen werden theoretische und praktische Zugänge vorgestellt, um schließlich Möglichkeiten aufzuzeigen, um eine Pädagogik der Anerkennung zu etablieren.

Referentin: Mag.a Claudia Csida BEd Lehrende an der PH NÖ im Department für Diversität

Inhalt: Der Workshop verfolgt das Ziel, die Kompetenzen von schulpädagogischen Fachkräften um die Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu erweitern. Damit sollen Diskriminierungen, wie verbale und tätliche Angriffe, Mobbing, Diffamierungen, Ausgrenzengen und Erniedrigungen von LSBAT*I*Q-Menschen (lesbische, schule, bi-, a_sexuelle, trans*-, inter*-geschlechtliche und queere Menschen) in der Schule abgebaut werden. Wir thematisieren sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Unterricht und Schulalltag, denn Wissen über die Thematik bildet die Grundlage der Gewaltprävention.

Referent*innen: Amanda Hinteregger, Verein Ausgesprochen; Sam Vincent Schweiger, Verein Transgender-Team; Prof. Mag. (FH) Walter Fikisz, MA, BEd Lehrender an der PH & Gender Mainstreaming Beauftragte; Prof.in Mag.a Dr.in Sabine Zenz MEd Interimistische Zentrumsleitung Berufspädagogik (Z1) & Gender Mainstreaming Beauftragte

Inhalt: Ein Präventionsprogramm für achtsames Miteinander!
Der Workshop stellt die wertschätzende, empathische und authentische Beziehung als grundlegende Haltung an den Schulen in den Mittelpunkt.
Diese stellt das Fundament für achtsames Miteinander auf beiden Seiten – die der Lehrer*innen und die der Schüler*innen dar. Sie dürfen ihre Bedürfnisse erkennen, wahrnehmen, mitteilen und stärken somit ihre Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit. Das Erkennen von Beziehungsbedürfnissen ist ein wesentlicher Bestandteil für gemeinsames und gelingendes Lehren und Lernen. Allfälligen Konfliktpotenzialen soll präventiv begegnet werden.

Referentin: Mag.a phil. Ursula Ungerböck BEd Lehrende an der PH NÖ im Department für Diversität

Inhalt: Das Systemisches Aggressionsmanagement bietet praxisnahes Handwerkszeug, um sich für verbale und non-verbale Aggressionen sowie zwischenmenschliche Auseinandersetzungen zu rüsten. Hierbei wird nicht nur auf Prävention wert gelegt, sondern auch auf die Intervention und Nachsorge von Konflikten.
Der Workshop bietet einen Einblick in die klare Struktur des SAM-Konzepts.

Referent: Mag. phil. Stefan Germany BEd.; Lehrender an der PH NÖ im Department für Diversität, Leiter des Hochschullehrgangs mit Masterabschluss inklusive Pädagogik – emotionale und soziale Entwicklung