NACHBERICHT

Symposium 2025

SELBSTbestimmt Handy & Co

Tagung zur gemeinsamen Verantwortung in Bildung, Schule und Gesellschaft

Mehr als 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, nahmen am Mittwoch am Symposium „SELBSTbestimmt Handy & Co. – Tagung zur gemeinsamen Verantwortung in Bildung und Gesellschaft“ auf dem Campus der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich in Baden teil. Die Veranstaltung wird seit 2011 in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule NÖ und der Fachstelle für Gewaltprävention des Landes Niederösterreich durchgeführt und richtet sich an Lehrkräfte, (Schul-)Sozialarbeit, Schulärztinnen und -ärzte, Schulpsychologie, Jugendarbeit sowie weitere Fachpersonen aus Bildung und Beratung.

Im Mittelpunkt standen die Chancen und Herausforderungen der digitalen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Von der Medienkompetenz über digitale Selbstfürsorge und Lernmöglichkeiten bis hin zu Cybermobbing, extremistischen Inhalten, Desinformation und Hass im Netz. Neben Fachvorträgen bot das Symposium ein breites Workshop-Angebot, das vertiefende Praxisimpulse vermittelte und den fachlichen Austausch stärkte.

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die das Symposium eröffnete, betonte die Bedeutung des Themas für Schule und Gesellschaft: „Digitale Medien sind fixer Bestandteil im Alltag junger Menschen. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche darin zu begleiten, reflektiert, verantwortungsvoll und selbstbestimmt mit Handy und Co. umzugehen. Prävention, Medienkompetenz und offene Gespräche sind entscheidend, damit digitale Räume sicherer werden.“ Sie hob zudem die gemeinsame Verantwortung aller in der Bildungs- und Jugendbegleitung Tätigen hervor: „Ich danke allen beteiligten Stellen und Institutionen für die engagierte Zusammenarbeit sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr großes Interesse. Die hohe Teilnahme – auch einer Schülergruppe – zeigt deutlich, wie relevant dieses Thema für unsere Gesellschaft ist. Der heutige Tag bietet wertvolle Impulse und stärkt das Netzwerk an Fachkräften, das junge Menschen unterstützt und begleitet.“

Das Land NÖ und die Bildungsdirektion haben es sich zum Ziel gesetzt, Schulen bestmöglich dabei zu unterstützen, wie ein kompetenter Umgang mit dem Handy gelernt und gelehrt werden kann. Im Jahr 2025 wird ein Schwerpunkt „kompetente Handynutzung“ in den Schulen gelegt. Neben Fortbildungsveranstaltungen und Schulveranstaltungen wurden den Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern nunmehr eine Auswahl an Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt, die von Expertinnen und Experten aus der Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit Smartphonecoach Andrea Buhl-Aigner ausgearbeitet wurden. Die Unterlagen stehen auf der Homepage der Bildungsdirektion Niederösterreich unter http://www.bildung-noe.gv.at/Schule-und-Unterricht/Handy-kompetente-Schule.html zum Download bereit. Sie dienen auf der einen Seite zur Unterstützung in der Kommunikation mit Eltern und geben auf der anderen Seite wertvolle Tipps für den Unterricht. Zusätzlich sind weiterführende Links und Angebote, die für Schulen und Eltern interessant und spannend sind, angeführt. Neben den Informationen wird darüber hinaus ein Best Practice Beispiel „Handy-freie Schule“ aus dem BG/BRG Klosterneuburg zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung in Baden ist ein zentraler Bestandteil der Nationalen Strategie zur schulischen Gewaltprävention und unterstreicht den hohen Stellenwert digitaler Bildungs- und Präventionsarbeit in Niederösterreich. Die Fachstelle für Gewaltprävention bietet ganzjährig Fortbildungen, Informationsmaterial und Anlaufstellen für Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit.

Download Vortrag Höfler

Download Vortrag Fellhofer

Download Vortrag Fikisz

Workshops

Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Workshop um den Inhalt zu sehen und die Unterlagen herunterzuladen.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die ein vermeidendes und demotiviertes Verhalten aufgrund von zu hohen Medienkonsum zeigen, stellen uns oft vor Herausforderungen. Was also tun, wenn Kinder & Jugendliche sich zurückziehen und nicht das eigene Potential sehen. Was steht hinter diesem vermeidenden
Verhalten? und Wie können junge Menschen in diesem Vermeidungsverhalten gut begleitet werden, sodass sie ihre eigenen Ressourcen erkennen können und
das eigene Potential wiederfinden? In diesem Workshop setzen wir uns einerseits mit der Frage der Selbstregulation auseinander, um eine stabile und unterstützende Umgebung zu schaffen und auf der anderen Seite wird ein Einblick in das Konzept der Neuen Autorität und dem Ansatz von Contactivity (nach Uri Weinblatt) vorgestellt. Dieses unterstützt uns dabei beziehungsorientierte verbindende Gespräche zu führen, um wieder in den Kontakt zu kommen und Kinder & Jugendliche dabei zu unterstützen, am sozialen Leben wieder teilzunehmen und Selbstwirksamkeit zu erlangen.

Ziele

  • Förderung der Selbstregulation
  • Einsatz von unterstützenden Kommunikationsmethoden, um in Kontakt zu kommen
  • Einblick in das Konzept der Neuen Autorität und das Kennenlernen von Contactivity nach Uri Weinblatt

Vortragende:

Heidemaria Secco, BEd, PerSpektiven, weitere Infos zur Referentin siehe  Beilage „Referentinnen und Referenten Liste“

 

Download Workshopunterlagen

Digitale Räume sind ein Teil der Lebensräume Jugendlicher. Sexualisierte Gewalt im digitalen Raum ist damit auch leider ein Teil der Lebensrealität vieler Jugendlicher geworden. In diesem Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit Cybermobbing und sexuellen Übergriffen über Handy und Internet auseinander. Im Fokus stehen Phänomene wie Sexting, Cybergrooming, digitale Belästigung sowie die mediale Darstellung von Geschlechterrollen. Die Teilnehmenden werden dazu angeregt, eigene Haltungen zu diskutieren und zu reflektieren, erhalten rechtliches Basiswissen und erfahren, wie sie präventiv arbeiten und Jugendliche unterstützen können.
Der Workshop richtet sich an alle interessierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die mit Jugendlichen arbeiten.

Vortragende:

Marijana Gurabić und Anouar Mahdy, Selbstlaut, Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, weitere Infos zu den Referierenden siehe Beilage „Referentinnen und Referenten Liste“

 

Download Workshopunterlagen

Der Workshop vermittelt mit interaktiven Methoden Medienkompetenz für folgende Fragenstellungen:

  • Wie begegne ich Angriffen und Aggression im Netz
  • Wie treten extremistische Gruppen im Internet auf?
  • Wie erkenne ich Fake News?
  • Wie kann ich selbst aktiv gegen Hass und Hetze vorgehen
  • Wie ist die rechtliche Situation in Österreich?
  • Wie kann ich Betroffenen von Hass im Netz unterstützen
  • Wo und wie bekomme ich als Betroffene/r Hilfe?

Ziele des Workshops:

  • Sensibilisierung für die Auswirkungen von Hass und Hetze im Internet
  • Wissenstransfer rund um die Themenbereiche Digitale Medien und Hass im Netz
  • Erweiterung der Kommunikations- und Handlungskompetenz und der rhetorischen Fähigkeiten

Vortragende:

Mag.a Rakhi Schmuck und Nina Franke, M.Sc., Verein ZARA

Training GmbH, weitere Infos zu den Referierenden siehe Beilage „Referentinnen und Referenten Liste“.

Download Workshopunterlagen

Soziale Medien beeinflussen maßgeblich die Selbstwahrnehmung und Identitätsbildung junger Menschen. In diesem dreistündigen Workshop reflektieren wir  aktuelle toxische Trends und analysieren, wie diese in der pädagogischen Arbeit thematisiert und bearbeitet werden können. Besonders im Fokus stehen Trends wie Looksmaxxing, Bodystyling, Clean Girl, Tradwife, Trophywife, die äußere Erscheinung, Konsum und stereotype Rollenbilder eng miteinander verknüpfen – und dabei durch Algorithmen gezielt verstärkt werden. Der Druck, bestimmten Schönheits- und Lebensidealen zu entsprechen, kann psychischen Stress auslösen und in gefährliche Online-Communitys mit radikalen Narrativen führen. Plattformen und Influencerinnen/Influencer profitieren dabei wirtschaftlich vom Optimierungszwang und der Verunsicherung junger Zielgruppen.

Vortragende:

Hannah Zischg, B.A., Medienworkshops für einen sicheren Umgang im Internet, weitere Infos zur Referentin siehe Beilage „Referentinnen und Referenten Liste“

Download Workshopunterlagen

In einer Welt, in der Teenager auf Plattformen wie Roblox und TikTok mit als Gleichaltrige getarnten Erwachsenen kommunizieren und Volksschulkinder von Influencer*innen beeinflusst werden, stehen Lehrkräfte vor der Herausforderung, Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt zu schützen und kompetent zu begleiten.

Dieser Workshop richtet sich an Lehrpersonen und bietet einen kompakten Überblick über die digitalen Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, praxisnahe Strategien zu vermitteln, um Schüler*innen zu einem verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien, insbesondere Smartphones, zu befähigen.

Wesentliche Schwerpunkte sind:

  • Erkennen von Gefahren: Strategien zur Identifizierung von Cybermobbing, Grooming, Fake News und Abofallen.
  • Fördern von Medienkompetenz: Ansätze zur kritischen Auseinandersetzung mit digitalen Inhalten, unterstützt durch aktuelle Studien.
  • Best-Practice-Beispiele und Materialplattformen: Erfolgreiche Unterrichtsbeispiele von der Volksschule bis zur Sekundarstufe, die den verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones fördern.

Kollegialer Austausch: Raum für Diskussionen und das Teilen individueller Lösungen.

Vortragende:
Natalie Schrammel, M.Ed., BEd,
Lehrerin für Englisch und Digitale Grundbildung, Medienpädagogin an der PH NÖ, Hochschullehrgangsleiterin „Social Media – Medienkompetenz im digitalen Zeitalter“

Download Workshopunterlagen

Im Workshop zur digitalen Selbstfürsorge stellen wir uns den Fragen, die unseren Alltag mit Smartphone, Laptop und sozialen Medien prägen. Welche Strategien helfen, Stress, Überforderung und ständige Erreichbarkeit besser zu bewältigen? Wie stärken wir unsere Resilienz, damit digitale Technologien nicht unsere Energie rauben, sondern unser Wohlbefinden unterstützen? Zugleich geht es um die Frage, wie dieses Wissen an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden kann, damit sie lernen, mit digitalen Reizen bewusst umzugehen und ihr autonomes Nervensystem zu regulieren. Die Erfahrungen, Ideen und Kompetenzen der Teilnehmenden bilden dabei eine wichtige Grundlage: Gemeinsam entwickeln wir Strategien und Best-Practice-Ansätze, wie digitale Selbstfürsorge in Schule, Unterricht und Erziehungsalltag wirksam und attraktiv umgesetzt werden kann.

Vortragende:
Assoz.-Prof. Dr. Thomas Herdin,
Kommunikationswissenschafter und Leiter der Abteilung transkulturelle Kommunikation an der Universität Salzburg

Download Workshopunterlagen

Cybermobbing stellt Schulen vor besondere Herausforderungen: Digitale Gewalt wirkt oft verdeckt, kann aber gravierende psychische Folgen haben. In diesem Workshop werden typische Merkmale von Online-Gewalt und deren Unterschiede zu klassischem Mobbing vorgestellt. Die Teilnehmenden lernen, Warnsignale zu erkennen, psychische Belastungen einzuschätzen und sowohl präventiv als auch im akuten Fall handlungsfähig zu sein. Neben praxisnahen Interventionsstrategien werden Möglichkeiten diskutiert, wie Schule ein sicheres digitales Miteinander fördern kann.

Vortragende:

Markus Böckle, Mag. Mag. Dr., MSc, Philosoph, Kognitionsbiologe, ist Psychotherapeut (Integrative Therapie), Coach, Supervisor und Lehrtherapeut in eigener Praxis sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter (PostDoc) an der Karl Landsteiner Privatuniversität. Er ist Präsidiumsmitglied im Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) und arbeitet seit Jahren im Bereich digitaler Gesundheitsförderung. Durch seine Erfahrung in digitaler psychologischer Intervention, schulnaher Beratung sowie seine Forschung und Publikationen in Psychotherapie, Psychiatrie, Philosophie und Kognitionswissenschaften verbindet er wissenschaftliche

Erkenntnisse mit praxisorientierten Strategien

Smartphones und soziale Medien sind für viele Jugendliche zentrale Werkzeuge der Orientierung – gerade für queere Schüler*innen oft auch wichtige Zufluchtsräume. Gleichzeitig nehmen Diskriminierung und Hate Speech online zu und stellen eine große Herausforderung dar. Der Workshop fragt, wie Schule Heranwachsenden helfen kann, in Abstimmung mit, aber auch abseits der digitalen Welt, selbstbestimmt und reflektiert mit Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität umzugehen und Sichtbarkeit und Bestätigung zu erfahren. Gemeinsam entwickeln wir Strategien für queer-inklusive Strukturen und Unterrichtspraxis – von der Förderung durch Lehrkräfte bis zu Maßnahmen auf Leitungsebene. Inputs, Übungen und Austausch liefern konkrete Impulse, um Schule zu einem sicheren Ort für alle Jugendliche zu machen.

Vortragende:

Dominik Eibl BEd MEd, Lehrer für die Unterrichtsfächer Biologie und Umweltbildung/ Geografie und wirtschaftliche Bildung; IMST Gender_Diversitäten Netzwerk

Mag. Manuel Petruj, Medienpädagoge an der PH NÖ; AHS-Lehrer für Englisch, Geschichte/Politische Bildung und Digitale Grundbildung

Download Workshopunterlage 1

Download Workshopunterlage 2